Durchs Hitzige Tal auf den Jägerberg: Einblicke in die Besiedlungs- und Wirtschaftsgeschichte

Durchs Hitzige Tal auf den Jägerberg: Einblicke in die Besiedlungs- und Wirtschaftsgeschichte
18. 6. 2023

anwesend:

Lars Fischer (ReferentIn)
Karte zum Spaziergang: Durchs Hitzige Tal auf den Jägerberg
© Lars Fischer
Der Hohlweg durch das Hitzige Tal nahe den Wiederstedter Gipsgruben den Hang des Wippertals hinauf. Über lange Zeit durch Fuhrwerke, Viehtrieb und abfließendes Regenwasser in den Hang gefurcht, bilden Hohlwege besondere Biotope und ein reizvolles Wegstück, um das sich oft Legenden ranken.
© Foto Lars Fischer
Blick über den Jägerberg in Richtung Felixzeche bei Sandersleben. In der Felixzeche wurde kein Kupferschiefer, sondern Braunkohle gefördert. Gips, Kohle, Kupfer: meine Fahne für Wiederstedt wäre weiß und schwarz, in der Mitte ein kupferglänzender Kreis mit einem Stück Marienglas.
© Foto Lars Fischer
Die Saigerhütte an der Wipper nahe Wiederstedt wurde 1688 in Betrieb genommen. Sie diente bis ca. 1830 zur Entsilberung von Kupfer. Nach der Verlagerung der Hütte nach Hettstedt wurde hier eine Maschinenwerkstatt samt Gießerei für die Hütten- und Bergwerksbetriebe aufgebaut und bis 1998 betrieben. Heute befindet sich hier unter anderem eine Paintball-Halle.
© Foto Lars Fischer

Die Ur- und Frühgeschichte des Mansfelder Landes ist sehr gut erforscht. Das älteste in dieser Landschaft gefundene menschliche Werkzeug ist der 250.000 Jahre alte Faustkeil von Helfta südlich von Eisleben. Historische Spuren im Tal der Wipper und entlang der Hänge verweisen auf eine sieben Jahrtausende zurückreichende Siedlungsgeschichte. Seit der Bronzezeit ist sie mit dem Abbau von Kupferschiefer verbunden. Der Spaziergang lädt ein, diesen Spuren zu folgen und hier und dort kurz in die lokale Wirtschaftsgeschichte einzutauchen. Durch die Krötengasse, der ehemaligen Grenze zwischen dem Königreich Preußen und dem Herzogtum Anhalt, geht es zur Wipper und auf dem Hochwasserschutzdamm weiter Richtung Gipshütte. Ein Abstecher führt zum ehemaligen Anhalter Chamotte- und Ziegelwerk Unterwiederstedt, bevor der Spaziergang einem Hohlweg durchs Hitzige Tal hinauf zum Jägerberg folgt. Übers freie Feld führt der Weg, der einen schönen Ausblick nach Sandersleben bietet, weiter zur Felixzeche, wo einst Braunkohle gefördert wurde, und von dort über das Schlachtfeld am Welfesholz, wo sich 1115 Kaiser Heinrich V. und aufständische Sachsen gegenüberstanden. Vorbei an Bergbauhalden aus dem 16. Jahrhundert erreichen wir die Reste von Schanze und Hauptburg einer slawischen Siedlungsstätte am Jägerberg. Auf dem Rückweg streifen wir die Saigerhütte und den Silbergrund, überqueren die Wipper und beenden den Spaziergang am Mundloch des Wiederstedter Stollens im Park des Novalis-Museums.

Reicht die Zeit und die Kraft, kann der Rückweg durch einen Abstecher zu den „Hexentreppen“ ergänzt werden.

Auch dieser Spaziergang wurde gemeinsam mit Frank Morcinietz entworfen, ein kenntnisreicher ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger und einer der Retter des Geburtshauses von Novalis in Oberwiederstedt. Er begleitet uns auf diesem Spaziergang.